| 25 Jahre! |
|
Bilder vom Fairen Sektfrühstück
Maria Rigler, NÖ Frauenreferat Mag. Dr. Gertrude Eigelsreiter-Jashari, Geschäftsführerin von Südwind NÖ Sepp Gruber, Betriebsseelsorger (Pastoralassistent) in St. Pölten Christa Esterházy, Ehrenpräsidentin Südwind NÖ Anton Refenner, ein "Zeitzeuge" der Gründung von Südwind NÖ Gottfried KrasaAmt der NÖ Landesregierung Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr Abteilung Umweltrecht "25 Jahre Südwind NÖ/St.Pölten - das sind 25 Jahre unermüdlicher Einsatz für die benachteiligten Regionen, für die ärmsten Menschen in unserer einen Welt! Mit wenig Ressourcen aber mit viel Kompetenz, Engagement und vor allem mit 'viel Herz' hat Südwind NÖ (St.Pölten) in diesen 25 Jahren viel bewirken können: durch Aktivitäten in NÖ eine fachkundige Information und manches Verständnis der Bevölkerung für Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit, durch grenzüberschreitende Projekte die Verankerung von Themen der Entwicklungszusammenarbeit in den nachbarstaatlichen Gesellschaften und durch die regelmäßige Begegnung mit Menschen aus Ländern des Südens einen direkten Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit. Südwind NÖ (St.Pölten) ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner des Landes NÖ bei dessen Bemühen, die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit zielorientiert zu unterstützen, der landeseigenen Entwicklungszusammenarbeit sowohl programmatisch als auch mit konkreten Maßnahmen und Projekte mehr Gewicht zu verleihen und der NÖ Bevölkerung die Bedeutung sowie die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit verständlich zu machen. Möge sich Südwind NÖ den jugendlichen Elan weiter erhalten, möge Südwind NÖ weiterhin erfolgreich in der NÖ Entwicklungszusammenarbeit auftreten und auf diese Weise einen Beitrag für eine gerechtere Welt und ein friedvolles Zusammenleben der Völker leisten. Ad multos annos!" Maria RiglerLeiterin des NÖ Frauenreferates "Die Zusammenarbeit mit Südwind NÖ bedeutet für das Frauenreferat des Landes Niederösterreich eine wertvolle Vernetzung auf der internationalen Ebene. Die MitarbeiterInnen von Südwind setzen mit ihrer Bildungsarbeit wichtige Akzente für Chancengleichheit und Gender Mainstreaming. Ich schätze ihr Engagement sehr, denn sie befinden sich stets am Puls der Zeit. Sie verfolgen aktiv den aktuellen Stand der Milleniumsziele, berichten über Fortschritte und Niederlagen in der Überwindung von Armut und sozialer Benachteiligung und verdeutlichen uns die Dringlichkeit, über Landesgrenzen hinaus auch international am Geschehen mitzuwirken. Frauen in aller Welt haben unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen. Südwind hilft uns, gemeinsame Ansatzpunkte der Benachteiligung zu sehen und den wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Hintergrund dafür zu verstehen. Dabei ist vor allem die Initiative „Fair trade" ein wichtiger Anker, denn in den Ländern des Südens leisten überwiegend Frauen die Arbeit in der Landwirtschaft. Fair gehandelte Produkte unterstützen nicht nur Frauen in den Herstellungsländern, sondern fördern auch das Bewusstsein der Allgemeinheit, wie jede/r Einzelne zu einer gerechteren Welt beitragen kann. Ich wünsche Südwind NÖ weiterhin einen scharfen Blick für die Ungerechtigkeiten der Welt, Durchhaltevermögen auch in schwierigen Zeiten wie diesen und freue mich auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit!" Mag.a Dr.in Gertrude Eigelsreiter-Jashari1986 nach dem Begründer Werner Scholz erste Regionalstellenleiterin des ÖIE NÖ West und seit 2003 Geschäftsführerin von Südwind NÖ "Ich erinnere mich gut an die Anfänge von Südwind Niederösterreich - ohne PC und mit händisch ausgeschnittenem Layout stellten wir die ersten Jahre Zeitungen mit entwicklungspolitischem Bildungsinhalt her. Mit Kampagnen wie 'Jute statt Plastik' oder 'Entwicklung statt Rüstung' wurde die Anliegen des österreichweit tätigen ÖIE- Österreichischer Informationsdienst für Entwicklungspolitik, dem Vorläufer von Südwind, auch im Wald- und Mostviertel, dem Haupttätigkeitsfeld von Südwind NÖ (damals ÖIE NÖ-West), bekannt. Unser Anliegen war, die großen Probleme der sogenannten 'Dritten Welt' der damaligen Zeit aufzuzeigen. Ehemalige EntwicklungsarbeiterInnen, vor allem aus dem Mostviertel, hatten nach ihrer Rückkehr von ihrem Einsatz in einem Land des Südens den ÖIE NÖ gegründet. Sie wollten ihren Einsatz im Sinne von Sensibilisierung und Bewusstseinbildung für Probleme von Ländern des Südens, die vor allem auch in Zusammenhang mit dem Konsum und der Lebensweise im Norden gesehen wurden (und werden), in NÖ fortsetzen. Auf Initiative von Werner Scholz wurde die notwenige Infrastruktur aufgebaut und die ersten Räumlichkeiten angemietet; organisatorisch und inhaltlich angesiedelt bei EVI - der 'Erzeuger-Verbraucher-Initiative' von Bäuerinnen und Bauern mit KonsumentInnen. Schon damals war den Protagonisten klar, was heute landesweit auch von Kooperationspartnern wie dem Klimabündnis und der Umweltberatung NÖ als Haltung propagiert wird: Regional, saisonal und fair! Der bis ins nächste Jahrtausend wirkende Slogan 'Global denken - lokal handeln' wurde kreiert. Im Laufe eines Viertel Jahrhunderts haben sich Schwerpunktthemen von Südwind NÖ weiterentwickelt. Die Arbeit mit Schulen und Gemeinden wurde immer wichtiger; der Entwicklungshilfeansatz wich der großen Bedeutung eines fairen globalen Handels, den es zu erreichen gilt und der in kleinen Schritten in NÖ große Fortschritte macht. Im Zentrum der Arbeit von Südwind NÖ standen damals wie heute Begegnungen mit Menschen aus Süd und Nord, Möglichkeiten werden gesucht in Dialog zu treten, gemeinsam Lösungsansätze und Handlungskompetenz zu entwickeln. Die ursprüngliche - selbstgestellte - Aufgabe, Ursachen und Hintergründe von Hunger, Armut und Ausbeutung aufzuzeigen, wurde verbunden mit einem den Menschenrechten und einem 'Empowerment' verpflichteten Ansatz. Themen wie Nachhaltige Entwicklung, Erhaltung der Umwelt und Umgang mit Migration kamen hinzu. Terminologien haben sich mit der Zeit verändert, Globalisierungsprozesse wurden zu allgemeinen Gesprächsthemen, die Kluft zwischen Arm und Reich steigt weiterhin. Das zentrale Anliegen von Südwind NÖ, seinen Mitgliedern und MitarbeiterInnen sowie dem Vorstand bleibt nach wie vor von höchster Brisanz: Einen Beitrag zu einer gerechteren Welt zu leisten!" Sepp GruberBetriebsseelsorger (Pastoralassistent) in St. Pölten "Meine ersten Erinnerungen an den ÖIE/Südwind gehen noch weiter als zur Gründung zurück. Als Student und Mitglied der katholischen Jugend habe ich schon Mitte der 80er Jahre von den erfolgreichen Kampagnen des ÖIE mitbekommen und auch aktiv mitgetan, bei der initiative 'Hunger ist kein Schicksal - Hunger wird gemacht' oder 'Entwicklung statt Rüstung' etc. Lange lief ich auch mit den entsprechenden Jutetaschen herum bis in die 90iger Jahre. Offiziell mit dem Verein 'Südwind NÖ' zusammengearbeitet habe ich dann 1992, als der damalige Zivildiener (und Wohnungskollege) Günter Kienböck ein interessantes Projekt initiierte, das 'Projekt Boot' am Rathausplatz. Es gab 3 Blickpunkte für dieses Projekt: Die Ausbeutung der damals noch '3.Welt-Länder' genannten südlichen Hemisphäre und die Realität der Favela- und Hüttenstädte, die ich in Brasilien auch selber besucht hatte; die Ausgrenzung der 'Ausländer', die gerade durch das FP-Volksbegehren mit dem Slogan 'das Boot ist voll' gepuscht wurde und die Realität der Obdachlosigkeit mitten im reichen Österreich. So errichteten die Initiatoren (Südwind, Betriebsseelsorge, katholische Jugend, Amnesty International, Emmaus u.a.) vom 1. - 3. Mai mitten am damals noch nicht autofreien Rathausplatz ein Hüttendorf (ein Behördenirrlauf für Günter), um dort gemeinsam zu diskutieren, multikultureller Musik zu lauschen, gemeinsam mit Obdachlosen dort zu übernachten und auch gemeinsam zu essen. Passanten waren natürlich herzlich eingeladen, scheuten aber sehr das fremde Ambiente. Südwind hatte auch Informationsstände aufgebaut über die Realität der Ungleichheit in der Welt und in Österreich. Auch ich selber übernachtete in den 'zugigen' Bretterhütten (die Obdachlosen trauten sich nicht wegen der nahen Polizei) und hörte so am 2. Mai in der Früh die Bemerkungen des Putztruppes des Bauhofes um 6 Uhr früh über 'dieses Gesindel, das lieber arbeiten solle' und die 'Ausländer, die heim gehen sollten', weshalb ich zum Frühaufsteher wurde zum Diskutieren. Ein Nebeneffekt des 'Projekts Boot' war das Auftauchen einiger junger Männer aus dem Gastarbeitermilieu, die uns von ihrer Ghettosituation mitten in St. Pölten erzählten und so die 'Feste der Begegnung' initiierten, die seither auch mit Beteiligung von Südwind NÖ jährlich an verschiedenen Orten in St. Pölten stattfanden (Pfarrgarten Viehofen, Lilienhof, alevitisches Kulturzentrum etc.), seit 2004 wieder am Rathausplatz. Bei diesen Festen wird versucht, die Realität der kulturellen Verschiedenheiten und Ungleichheiten auch hier in Österreich in den Mittelpunkt zu stellen und gemeinsame Lösungsansätze zu suchen." Infos unter: www.festderbegegnung.at.tf Christa EsterházyEhrenpräsidentin Südwind NÖ "Ein runder Geburtstag gehört gefeiert. 25 Jahre bedeuteten Fortschritt, Umdenken, neue Überlegungen und Ideen, neue MitarbeiterInnen und Mitglieder, aber auch Schwierigkeiten, die bewältigt werden mussten. Ich war nicht 25 Jahre dabei, aber immerhin bin ich, als Quasi-Niederösterreicherin, mit zweitem Wohnsitz im Waldviertel, 2001 ordentliches Mitglied geworden und nicht viel später war ich bereits im Vorstand und dann bis 2007 Obfrau. Entwicklungspolitik und –zusammenarbeit waren für mich schon immer wichtig und so befriedigte mich meine Tätigkeit im Rahmen von Südwind NÖ und hatte ich auch das Gefühl, ganz persönlich und konkret, etwas zu diesen Themen im eigenen Land beitragen zu können. Der Schwerpunkt meiner Interessen konzentrierte sich auf Asien im Allgemeinen und Indochina im Besonderen und so war die von mir vorbereitete und begleitete Bildungsreise von Südwind NÖ MultiplikatorInnen nach Vietnam, als Teil des Projekts 'Begegnungen zwischen Nord und Süd' im Jahr 2004, sowie der Gegenbesuch vietnamesischer Frauen 2005, Teil meines Lebens, der mir auch heute noch in guter Erinnerung geblieben ist. Die entwicklungspolitische Situation in Österreich ist nach wie vor unbefriedigend und so möchte ich dem Südwind NÖ für die Zukunft nicht nur Mut und Ausdauer, sondern auch Glück und Erfolg wünschen!" Anton Refenner Die Gründungsgeschichte aus der Sicht eines "Zeitzeugen" "Durch die Arbeit im Rahmen der Entwicklungshilfe wurden viele 'Ehemalige' mit Hunger und Armut direkt konfrontiert. Dass die Ursachen für diese ungerechten Zustände nicht in Dummheit und Faulheit der Menschen in Afrika und Südamerika ihre Ursachen hatten, konnte man durch die Nähe und den persönlichen Kontakt direkt erkennen. Dabei war bald klar, dass ungerechte Handelsbeziehungen und Verschuldung eine Fortsetzung der kolonialen Ausbeutung und Sklaverei mit anderen Mitteln bildeten. Nach der Rückkehr und dem Einstieg ins Berufsleben war für mich klar, die Erfahrungen weiterzugeben und zu einer Bewusstseinsveränderung in Österreich beizutragen. So ähnlich erging es vielen Rückkehrern und wir suchten nach Möglichkeiten uns zu organisieren um eine bessere Breitenwirkung zu erzielen. In St. Pölten gab es damals mit EVI eine Genossenschaft, die Bauern und Konsumenten mittels fairer Handelsbeziehungen in einem gerechten System organisierte. Der Österreichische Informationsdienst für Entwicklungspolitik (ÖIE war Vorläufer des Südwind) in Wien bot Unterstützung und regte die Gründung eines Regionalvereins NÖ West in St. Pölten an. Damit stand der Gründung nichts mehr entgegen und der Verein erfreute sich von Anfang an einer großen Zahl von Mitgliedern." Südwind Niederösterreich dankt allen Mitgliedern für die langjährige Treue, den FörderInnen und AuftraggeberInnen sowie allen KooperationspartnerInnen! |